Transfer: Crashkurs zur Mobilisierung spezieller städtischer Gruppen

Die nachhaltige Entwicklung von Städten und Gemeinden zur Sache aller Bürger:innen zu machen, ist ein wichtiges Ziel der Neuen Leipzig-Charta. Wie aber können Kinder & Jugendliche, berufstätige Mütter & Väter, sozial benachteiligte Menschen oder Migrant:innen – also andere als die “üblichen Verdächtigen” – dazu motiviert werden, sich in Stadtentwicklungsprojekten zu beteiligen?

Das haben wir bei “Migrants4Cities” mit einem ausgefeilten Mobilisierungskonzept, das auf Kompetenz und Wertschätzung setzt, ausprobiert. Es ist neben dem Urban Design Thinking als ko-kreativer Methode für die Zusammenarbeit auf Augenhöhe zwischen Bürger:innen und Fachleuten ein weiterer wichtiger Baustein für eine tatsächlich gemeinsame Stadtgestaltung. Die Erfahrungen werden jetzt in einem unaufwändig nutzbaren E-Learning-Modul für interessierte Städtepartner:innen aufbereitet.

Das Angebot steht voraussichtlich zum Jahresende zur Verfügung.

Migrants4Cities goes Eisenach

Auch für andere Städte ist der ko-produktive und integrative Ansatz der Stadtentwicklung, der im Projekt “Migrants4Cities” verfolgt wird, interessant. Beispielsweise für die Stadt Eisenach. Nach einer Vorstellung der Mannheimer Erkentnntisse und Erfahrungen beim Arbeitskreis Integrationsmanagement des Landes Thüringen im Sommer 2021 griffen die Eisensacher die Möglichkeit zum Wissenstransfer und Erfahrunsgaustausch gern auf.

Denn ob Quartiersentwicklung, Klimaschutz oder Integrationsmanagement: Gleich in mehreren Themenfeldern steht die Stadtverwaltung in den Startlöchern, um kreative und ergebnisorientierte Beteiligungsprojekte umzusetzen. In einem zweistündigen WebLab können interessierte Mitarbeiter:innen am 8. November 2021 nun das bei Migrants4Cities erprobte Mobilisierungskonzept und die Methode Urban Design Thinking kennenlernen und ausprobieren.

Bildquelle: Klaus Brüheim  / pixelio.de

Smart City Strategie Ulm: Bürgerbeteiligung und Ko-Kreation

Die Stadt Ulm erarbeitet seit 2020 im Rahmen eines vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat geförderten Smart-City-Modellvorhabens eine Smart City Strategie. Zur Spiegelung des Bearbeitungsstandes in der Bevölkerung hat sie im Juli und August in der Ulmer Innenstadt die räumliche Installation „Boxenstopp“ umgesetzt und in ihr u.a. über die Inhalte, Ansätze und Zwischenergebnisse des Modellvorhabens informiert. Ziel war neben der konstruktiven Diskussion von identifizierten Handlungsfeldern und der Sammlung von Anregungen und Bedarfen von Bürger:innen auch die gemeinsame Entwicklung erster Projektansätze und -prototypen. Das gesammelte Feedback soll in die 2022 beginnende Umsetzungsphase der Smart-City-Strategie überführt werden.

Marcus Jeutner und Jöran Mandik vom Stadtplanungsbüro insar consult übertrugen die ko-kreativen Arbeitsweisen aus Migrants4Cities und entwickelte einen innovativen Beteiligungsansatz: ein ko-kreatives Methodenset, basierend auf der Methode des Urban Design Thinking, aufbereitet in Form von Formatabläufen (Musterabläufe für Zielgruppenworkshops, Interviewleitfäden), Arbeitshilfen (Bedarfsermittlung, Lösungsentwicklung, Prototyping) sowie Onlinelösungen zur begleitenden Strukturierung und Aufbereitung von gesammelten Bedarfen und Ideen.

Zudem entwickelte das Team ein Fortbildungsprogramm für das Projektteam der Stadt, bestehend aus Mitarbeiter:innen von Stadtverwaltungen sowie lokalen Akteuren aus Kultur, sozialen Einrichtungen und Wirtschaft, um sie mit den Arbeitsweisen und Formaten im ko-kreativer Beteiligung vertraut zu machen. Inhalte der Fortbildung waren das Prozessdesign des UDT und die Begleitung bei der Vorbereitung der UDT-Maßnahme, Onlinetrainings zu Methoden des UDTs, praktische Abläufe und Fragetechniken bei der Beteiligung durch Interviews. Projektspezifische Trainingsbedarfe wurden vor und während der Fortbildung identifiziert und Fortbildungsinhalte zielgerichtet angepasst. Die Teilnehmenden der Fortbildungsmaßnahme konnten die Fähigkeiten und das Methodenset praktisch anwenden und auch zukünftig für weitere Prozesse der Stadt Ulm nutzen.

Weiterführende Informationen zum UDT-Prozess in Ulm finden Sie hier.

Foto:  Gerhard Giebener  / pixelio.de

Urban Design Thinking kennenlernen – Wissenstransfer für die Mannheimer Stadtverwaltung

Im Projekt „Migrants4Cities“ wird seit mehreren Jahren erfolgreich mit der kollaborativen und ko-kreativen Methode des Urban Design Thinking an neuen Lösungen für die nachhaltige Gestaltung der Stadt Mannheim gearbeitet. In den kommenden Jahren stehen in Mannheim weichenstellende Projekte wie der Grüne Deal Mannheim, der Klimaschutz-Aktionsplan 2030 oder sMArt roots an – Projekte die von den Erfahrungen des „Migrants4Cities“-Projektteams profitieren können. Was liegt näher, als die Erkenntnisse und Erfahrungen an andere Kolleg:innen weiterzugeben!

Gesagt, getan! In einem interaktiven WebLab am 7. Juli 2021 hatten interessierte Mitarbeiter*innen der Mannheimer Stadtverwaltung die Gelegenheit, die Methode Urban Design Thinking unaufwändig kennenzulernen. Dabei konnte die Methode in einem Schnelldurchlauf ganz unaufwändig einmal selbst ausprobiert werden sowie offene Fragen zur Anwendung und zum Transfer in andere Kontexte gemeinsam diskutiert werden. Organisiert wurde das WebLab gemeinsam von Vertreter*innen der Technischen Universität Berlin, der Stadt Mannheim sowie dem inter 3 Institut für Ressourcenmanagement. Insgesamt beteiligten sich Kolleg:innen aus 5 Fachbereichen sowie der Klimaschutzagentur, der Kunsthalle und den Reiss-Engelhorn-Museen.

Lebendige Innenstädte: Online Design Thinking Workshop in Oldenburg

Kommen, kaufen, gehen?! Neue Formate und innovative Konzepte sind gefragt, um mit attraktiven und authentischen Angeboten eine lebendige Innenstadt zu fördern. Am 24. und 25. Juni fand zu diesem Thema ein zweitägiger Online Design Thinking Workshop statt. Konzipiert und durchgeführt hat ihn Kilian Flade, der als Mitarbeiter der TU Berlin auch Teil des Projektteams von „Migrants4Cities“ ist. Der Workshop war Teil des Projekts “Innovative Hochschule Jade Oldenburg!“ der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und der Jade Hochschule.

In dem Workshop der entwickelten zwei Teams, bestehend aus Wirtschaftsakteuren, ehrenamtlich Engagierten und Hochschulangehörigen spannende Ideen für die Oldenburger Innenstadt. In den digitalen Workshop wurden auch analoge Elemente wie die vor-Ort-Analyse der Oldenburger Innenstadt sowie Interviews mit Akteur:innen eingebaut. Zum Abschluss der Veranstaltung stellten die Teilnehmenden dem Innenstadtmanager zwei Konzepte vor: ein „CoLivingCenter“ als Ort der Begegnung und ein nachhaltiges Mobilitätskonzept. Weitere Informationen zu dem Workshop und den Ergebnissen finden Sie hier.

Foto: TiM Caspary  / Pixelio.de

© 2021 Ein MarketPress.com Theme

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.