Leitfaden Ko-Produktion: Stadtentwicklung mit Urban Design Thinking

Erst drei Jahre und dann nochmal zwei Jahre hat das Team von Migrants4Cities engagierte Stadtmacherinnen und Stadtmacher aus der Verwaltung, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft dabei begleitet, gemeinsam konkrete Nachhaltigkeitsinnovationen für die Stadt Mannheim zu erarbeiten.

Neben den konkreten Lösungen ist dabei ein umfangreiches Wissen erarbeitet worden, wie nachhaltige Stadtentwicklung mit Urban Design Thinking ko-produktiv und ko-kreativ gestaltet werden kann. Worauf man achten muss, welchen Aufwand es bedeutet, wieviel Zeit und Ressourcen einzuplanen sind – und auch, wie man es hinbekommt, dass alle dabei wirklich Spaß haben.

Dieses Wissen wollen wir teilen. Denn “Urbane Ko-Kreation” ist in aller Munde. Doch wie lässt sich diese im Stadtplanungsalltag praktisch erreichen? Sie erfordert Methoden, die der Komplexität von Städten und ihrer Entwicklung Rechenschaft tragen und die zugleich so angelegt sind, dass jeder Mensch mitarbeiten kann.

Die Methode Urban Design Thinking (UDT) leistet genau dies: im Rahmen ko-kreativer Stadtplanung und -entwicklung die Bedarfe von Nutzer:innen in die Entwicklung ihrer Stadt einzubeziehen und somit Ideen für komplexe städtische Herausforderungen zu finden. Konzipiert wurde UDT ab 2015 vom Fachgebiet Bestandsentwicklung und Erneuerung von Siedlungseinheiten an der Technischen Universität Berlin, ausgehend von der Design Thinking Methode der Standford University. Angewendet wurde UDT bereits in einer Vielzahl von Studien- und Forschungsprojekten, so auch bei Migrants4Cities.

Als eines der Abschlussergebnisse des Projekts haben Elke Pahl-Weber, Marcus Jeutner, Kilian Flade und Greta Gabsch von der TU Berlin als Autor:innenteam gemeinsam den Leitfaden Ko-Produktion: Stadtentwicklung mit Urban Design Thinking konzipiert, um die Methode UDT interessierten Praktiker:innen niedrigschwellig zu vermitteln: inspirierend – handlungsleitend – informativ. Einblicke in die UDT-Praxis liefern ein Überblick der in Mannheim entwickelten Lösungsansätze sowie ein interaktiver UDT-Schnelldurchlauf, der mit einem Begleitvideo zum selbst Ausprobieren einlädt.

Der Leitfaden ist im Februar 2022 als ePublikation  erschienen und über den Universitätsverlag der TU Berlin erhältlich.

Pahl-Weber, Elke, Jeuner, Marcus, Flade, Kilian, Gabsch, Greta (2022): Leitfaden Ko-Produktion. Stadtentwicklung mit Urban Design Thinking − mit Erklärvideo, TU Verlag, Berlin.

Der Leitfaden kann hier kostenlos heruntergeladen werden.

Neuer Fachartikel: Stadtgestaltung als demokratischer Prozess

  Ob Verkehrskonzept, Quartiersentwicklung oder Nachverdichtung: Die Bedeutung von Bürgerbeteiligung ist für eine erfolgreiche Stadtentwicklung essentiell. Allerdings werden v.a. in formellen Beteiligungsverfahren die Möglichkeiten zur Beteiligung nur wenig bzw. unvollständig wahrgenommen. Und so entstehen Aufmerksamkeit und Protest oft erst dann, wenn Planungsverfahren weit fortgeschritten und kaum noch rückholbar sind. Und die Bürger:innen empfinden, dass ihre Stimme nicht zählt, fühlen sich von ‘der Politik’ übergangen.

Die ko-kreative Methode Urban Design Thinking und die gezielte Ansprache häufig unterrepräsentierter Gruppen sind zwei Ansätze, um dem gezielt entgegenzuwirken − mit Erfolg wie die Mannheimer Erfahrungen zeigen.

Hierüber berichten Claudia Möller von der Stadt Mannheim und ihre Mitautor:innen im Beitrag “Migrants4Cities in Mannheim. Gemeinsame Stadtgestaltung als demokratischer Prozess”, der soben im Forum Wohnen und Stadtentwicklung des vhw erschienen ist.

Die aktuelle Ausgabe können Sie hier herunterladen.

Das Neckarstadt Ost Malbuch: Bunt und kreativ durch die Feiertage

Seit einigen Jahren erfreuen sich Malbücher für Erwachsene einer immer größer werdenden Beliebtheit. Das Team vom Projekt „Migrants4Cities“ hat für die bevorstehenden Feiertage nun ein solches Malbuch (nicht nur) für Erwachsene gestaltet: “Das Neckarstadt Ost Malbuch”. Dort sind alle im Projekt entwickelten Ideen sowie die ihnen zu Grunde liegenden Bedarfe enthalten. Die Pläne und Skizzen laden zum Ausmalen ein − und an vielen Stellen können auch noch eigene Ideen ergänzt werden.

Auch ein kleiner Wettbewerb wurde ausgeschrieben: Wer eine oder mehrere Seiten ausgemalt hat, kann diese einscannen oder abfotografieren und bis zum 15.02.2022 an migrants4cities@mannheim.de senden. Unter den Einsendungen werden drei Bastelsets verlost.

Und nun Buntstifte geschnappt und los gehts mit dem Ausmalen. Das Malbuch können Sie sich hier herunterladen und anschließend ausdrucken.

Transfer: Crashkurs zur Mobilisierung spezieller städtischer Gruppen

Die nachhaltige Entwicklung von Städten und Gemeinden zur Sache aller Bürger:innen zu machen, ist ein wichtiges Ziel der Neuen Leipzig-Charta. Wie aber können Kinder & Jugendliche, berufstätige Mütter & Väter, sozial benachteiligte Menschen oder Migrant:innen – also andere als die “üblichen Verdächtigen” – dazu motiviert werden, sich in Stadtentwicklungsprojekten zu beteiligen?

Das haben wir bei “Migrants4Cities” mit einem ausgefeilten Mobilisierungskonzept, das auf Kompetenz und Wertschätzung setzt, ausprobiert. Es ist neben dem Urban Design Thinking als ko-kreativer Methode für die Zusammenarbeit auf Augenhöhe zwischen Bürger:innen und Fachleuten ein weiterer wichtiger Baustein für eine tatsächlich gemeinsame Stadtgestaltung. Die Erfahrungen werden jetzt in einem unaufwändig nutzbaren E-Learning-Modul für interessierte Städtepartner:innen aufbereitet.

Das kurze Video können Sie hier anschauen.

Time to say DANKE: Finissage zum Urban Design Thinking

Anwohner:innen der Neckarstadt-Ost, Migrant:innen, Gewerbetreibende,Themenpat:innen aus Verwaltung und Wirtschaft: Sie alle haben sich über ein Jahr, manche sogar über vier Jahre im Projekt “Migrants4Cities” engagiert. Also diskutiert, Ideen entwickelt, gebastelt, wieder diskutiert und ihre Ideen der Öffentlichkeit präsentiert. Denn genau das macht Urban Design Thinking aus! Nun ist der Design Thinking Prozess zu Ende und es ist Zeit sich zu bedanken und ein letztes Mal zusammen zu kommen. Im Neuen Technischen Rathaus wird in einer Hybridveranstaltung mit allen Beteiligten noch einmal zusammengearbeitet und ein Blick in die Zukunft geworfen. Wie geht es mit den Ideen für die Neckarstadt Ost weiter? Was ist schon auf den Weg gebracht? Und was nehmen wir aus der Zusammenarbeit mit? Und dann wird gefeiert…

Mehr Informationen zum Programm findet ihr in Kürze hier.

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